Klettersteig für Einsteiger – Viva Via Ferrata!

Klettersteig für Einsteiger Einleitung

Das Gras ist noch nass, als wir in der Früh starten. Wir sind zeitig unterwegs, denn wir haben rund zwei Stunden Zustiegszeit vor uns, ehe wir den Einstieg zum Klettersteig am Paternkofel erreichen. Genau richtig, um den Kreislauf in Schwung zu bringen! Morgenmenschen sind wir beide nicht, aber ab und zu steht man sehr gerne früher auf. Die Sonne steht noch flach am Himmel und taucht die Landschaft in ein warmes Licht – wir genießen diese Stimmung und die Ruhe, bedeutet sie doch für uns einen Ausbruch aus dem alltäglichen Arbeitsleben.

Klettersteig für Anfänger
Nach einem gemütlichen Klettersteig genießen wir die Aussicht in eine faszinierende Landschaft.

Wir nähern uns dem Einstieg, von weitem hört man schon das Klimpern und Klicken der Karabiner der uns voraussteigenden Menschen. Die Vorfreude steigt. Nach einer kurzen Pause legen wir unsere Ausrüstung an, nach einem Partnercheck starten wir in die Vertikale. Wir kommen gut voran, der Steig bereitet uns keine größeren Schwierigkeiten, die Ausblicke nach unten werden immer interessanter, luftiger und nervenzehrender. Die Konzentration auf das Hier und Jetzt hilft, die Füße sicher zu platzieren, überlegte Bewegungen werden notwendig. Der Alltag ist aus den Gedanken verschwunden.

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Die Landschaft ist überwältigend, das Wetter wie vorhergesagt schön und stabil, wir erreichen den Ausstieg. Vor dieser Kulisse bleiben wir noch eine Zeit lang sitzen, ehe wir uns wieder auf den Weg nach unten machen. Ein perfekter Tag in den Bergen – doch was gibt es im Vorfeld zu beachten?

Welche Infos findest du in diesem „Klettersteig für Einsteiger“ Artikel?

Diese sechsteilige Artikelserie ist als erste Orientierung für Klettersteig Einsteiger gedacht, um Interessierten einen Einblick in die Welt des Klettersteigs zu geben. In diesem Artikel wird ein erster Überblick über die Charakteristika von Klettersteigen gegeben. Im zweiten Teil findest du Informationen über die notwendige Sicherheitsausrüstung sowie sonstige empfehlenswerte Ausrüstungsgegenstände, im dritten Teil erhältst Du einen Überblick über die Kosten für eine Klettersteigausrüstung sowie ein paar Gedankenanstöße, was Du vor dem Kauf der Ausrüstung bedenken solltest.

Udo Hundeblogger

Hi, ich bin Udo

Blogger, Großbildjäger & Hütehundhüter

Ich liebe es, mit meinem Hund „Herr Lehmann“ draußen aktiv zu sein! Die Kamera ist natürlich immer mit dabei. Auf waldhelden.de gebe ich dir Inspirationen für deinen Aktivurlaub mit Hund und Tipps zum Fotografieren und Filmen deiner Abenteuer. In meinem kostenlosen Buch Der Blog-Ratgeber verrate ich dir, wie du selbst einen erfolgreichen Blog startest.

Über mich

Die Teile vier bis sechs beschäftigen sich mit den Vorbereitungen, die vor der Begehung eines Klettersteiges getroffen werden sollten. Im vierten Teil erhältst Du Informationen über die körperliche Vorbereitung sowie einen Überblick über die wichtigsten Kletterführer und Online-Tourenportale. Der fünfte Teil beschäftigt sich mit dem Skalendschungel, der in punkto Schwierigkeitsbewertung von Klettersteigen im Alpenraum herrscht. Im sechsten Teil dreht sich alles um jene Dinge, die man bei der Wahl einer geeigneten Klettersteig Tour für Einsteiger berücksichtigen sollte.

Was sind Klettersteige?

Klettersteige sind mit Steighilfen (Stahlstifte, Trittbügel, Drahtseile etc.) versehene Kletterwege und weisen ein durchgehendes, fix montiertes Stahlseil auf, in dem die Karabiner des Klettersteigsets eingehängt werden. Aufgrund dieser Eigenschaften können diese Routen auch von Wanderern mit entsprechender Ausrüstung begangen werden – Kletterkenntnisse, die man zur Begehung von Kletterrouten braucht, sind nicht notwendig.

Der wesentliche Unterschied zwischen Klettersteigen und Kletterrouten liegt in der Sicherungstechnik und der „Ausstattung“ der Route. In Kletterrouten findet man keine Steighilfen vor – man nimmt für den Aufstieg lediglich den vorhandenen Fels zu Hilfe. Auch die Sicherungstechnik unterscheidet sich. Beim Klettern wird man durch einen Kletterpartner mit einem Bergseil gesichert, das mithilfe von Expressschlingen und Karabinern in Bohrhaken bzw. mobile Sicherungsbehelfe eingehängt wird.

Die Entstehung der Klettersteige

Klettersteige haben eine lange Geschichte hinter sich, ehe sie in der heute üblichen Form gebaut wurden. Zunächst dienten versicherte Wege dem inneralpinen Warentransport und zur Erschließung von Almen. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden schließlich erste Klettersteige im Dachsteingebirge, am Großglockner, der Marmolata und der Zugspitze errichtet. Während des Ersten Weltkrieges wurden im Zuge des Gebirgskrieges zwischen Österreich-Ungarn und Italien zahlreiche Transportsteige errichtet, viele sind auch heute noch erhalten.

Die ersten Klettersteige, die darauf abzielten, für „normale“ Bergsteiger unerreichbare Ziele erreichbar zu machen, entstanden in den 1970er Jahren. Rund dreißig bis vierzig Jahre später begann man schließlich, Klettersteige herausfordernder und spektakulärer anzulegen, um das Klettersteiggehen an sich in den Mittelpunkt zu stellen.

Dieser Boom hält auch heute noch an. Klettersteige werden laufend instand gehalten und immer mehr Menschen zieht es in die Vertikale.

Was ist zu beachten?

Klettersteige zu begehen birgt im Vergleich zu anderen alpinen Sportarten teilweise weniger Risiken. Dennoch sollte man sich als Klettersteig Einsteiger davon nicht blenden lassen, denn die falsche Handhabung des Sicherungsequipments, eine schlechte Vorbereitung und eine leichtfertige Herangehensweise können auch im sehr gut abgesicherten Steig riskante Situationen nach sich ziehen und im schlimmsten Fall zum tödlichen Absturz führen.

Klettersteig Sicherheitsausrüstung

Das Begehen von Klettersteigen erfordert die Verwendung von Sicherungsequipment. Einen Überblick über das benötigte Material findest Du in diesem Artikel, weitere Informationen über das aktuell erhältliche Equipment und die Kosten erhältst Du im Artikel „Klettersteig Ausrüstungs Kosten“.

Sicherheitsausrüstung

Die empfohlene Sicherheitsausrüstung besteht aus:

  • Klettersteigset
  • Klettergurt (Hüftgurt, Kombination aus Hüft- und Brustgurt oder Komplettgurt)
  • Helm

Klettersteigset

klettersteigset

Beim Klettersteigset handelt es sich um ein Sicherungsmittel, welches in der heute empfohlenen Form aus zwei Karabinern besteht, die an jeweils einem Arm bzw. Ast aus Bandschlingenmaterial befestigt sind. Diese beiden Arme laufen Y-förmig zusammen und münden im sogenannten Fangstoßdämpfer. Das Klettersteigset wird am Klettergurt befestigt und verhindert den Totalabsturz im Falle eines Sturzes. Durch den Fangstoßdämpfer wird der Sturz gedämpft, damit die auf den Körper wirkenden Sturzkräfte reduziert werden. Dennoch sollten Stürze unbedingt vermieden werden, denn die Verletzungsgefahr ist trotz des Sicherungsequipments hoch.

klettersteigset 2

Gerade beim Sicherungsequipment für Klettersteige gab es in den letzten Jahren viele neue Entwicklungen. Es wird ausdrücklich empfohlen, auf moderne Klettersteigsets zurückzugreifen – die mittlerweile als veraltet geltenden V-förmigen Klettersteigsets, die aus nur einem Sicherungsarm bestehen, oder aus Bandschlingen selbst gebastelte Sets sollten nicht verwendet werden. Andererseits gab es auch schon Rückrufaktionen von Klettersteigsets – das bedeutet, man sollte bezüglich seines Materials immer Up-to-date bleiben und sich über die neuesten Entwicklungen informieren. Das linke Foto zeigt dir ein Klettersteigset mit einem Bandfalldämpfer, das rechte eines mit einem Reibfalldämpfer.

Klettergurt

klettergurt

Das Klettersteigset wird in den Anseilpunkt des Klettergurtes eingebunden. Klettergurte gibt es mittlerweile in mehreren verschiedenen Ausführungen. Auch speziell für Klettersteige entwickelte Gurte sind erhältlich. Heutzutage wird in vielen Fällen ausschließlich der Hüftgurt verwendet, in bestimmten Situation wird allerdings die Kombination aus Hüft- und Brustgurt bzw. ein Komplettgurt empfohlen. Ein zusätzlicher Brustgurt wird z. B. benötigt, wenn der Bergsteiger einen schweren Rucksack trägt, da die Gefahr des Über-Kopf-Kippens im Fall eines Sturzes gegeben ist. Sollte aufgrund der körperlichen Eigenschaften (Übergewicht, Bierbauch, sehr schmale Hüften) die Gefahr bestehen, aus dem Gurt herauszurutschen, ist ebenfalls ein zusätzlicher Brustgurt notwendig. Auch Kinder sollten aufgrund der noch schmäleren Hüften mit zusätzlichem Brustgurt klettern.

Helm

kletterhelm

Ein Helm ist vor allem in steinschlaggefährdeten Klettersteigen notwendig. Vorsteigende Kletterer können Steine loslösen, die auf nachkommende Sportler fallen können. Aber auch im Falle eines ungünstigen Sturzes kann Kopfverletzungen vorgebeugt werden, die man sich durch den Aufprall auf den Felsen bzw. auf Trittstifte, Verankerungen etc. zuziehen kann.

Zusätzliches Material

rastschlaufe

In anstrengenden und anspruchsvollen Klettersteigen muss – je nach Können – weiteres Sicherungsmaterial mitgenommen werden. Dabei handelt es sich um Kletterausrüstung (Kletterseil, Sicherungsgerät, Karabiner…), die zum Nachsichern dient.

Eine Bandschlinge, in die ein Karabiner eingebunden wird, leistet gute Dienste, um sich eine Selbstsicherung zu bauen, mit der man sich während den Pausen einhängen kann. Auf diese Weise vermeidet man es, sich ins Klettersteigset zu setzen und den Fangstoßdämpfer zu belasten. Wichtig: Die beiden Klettersteigkarabiner immer eingehängt lassen! Mittlerweile gibt es Klettersteigsets, die diese Rastschlaufe im Set integriert haben. Diese Sets werden empfohlen, denn durch die integrierte Rastschlinge wird die Fehleranfälligkeit herabgesetzt.

Sonstige empfehlenswerte Ausrüstung

  • Gutes, stabiles Schuhwerk – spezielle Klettersteigschuhe sind v. a für Anfänger nicht unbedingt notwendig, hochwertige Wanderschuhe sind auch geeignet.
  • Klettersteighandschuhe – Auf eine stabile Verarbeitung achten, die Handflächen sollten aus Leder sein. Sollte man sich diese speziellen Handschuhe nicht leisten wollen, kann man auch stabile und gut passende Arbeitshandschuhe verwenden (ev. die Fingerkuppen abschneiden). Handschuhe sind empfehlenswert, weil sich an den Drahtseilen immer wieder herausstehende Drähte befinden – mit Handschuhen beugt man Finger- und Handverletzungen vor.
  • Sonnenbrille und -creme
  • genügend Wasser bzw. sonstige Getränke und Verpflegung
  • Strapazierfähige, bequeme und dehnbare Bekleidung – Wetterbericht beachten und v. a. bei hochalpinen Unternehmungen passende Wetterschutzbekleidung mitnehmen.
  • Erste-Hilfe-Paket
  • Mobiltelefon
  • Kartenmaterial, Kompass, GPS, Klettersteigführer

Klettersteig Ausrüstung Kosten

Hier wirst Du fündig, wenn Du Dich über die Kosten und die aktuellen Ausrüstungsgegenstände informieren möchtest.

Klettersteig Ausrüstung Kosten

Setangebote

Bei der Anschaffung einer Klettersteigausrüstung gibt es mittlerweile viele gute Angebote. Solltest Du zu denjenigen gehören, die sich die komplette Ausrüstung kaufen wollen, so halte Ausschau nach Setangeboten. Sie beinhalten in vielen Fällen Sitzgurt, Klettersteigset sowie Helm und sind im Vergleich zum Kauf der einzelnen Artikel preiswerter. Auch Angebote für die Kombination Sitzgurt und Klettersteigset findet man immer wieder. Manche Anbieter ermöglichen eine flexible Zusammenstellung der einzelnen Bestandteile.

Bevor Du Dich allerdings für ein bestimmtes Angebot entscheidest, gilt es, bei jedem einzelnen Ausrüstungsgegenstand bestimmte Dinge vorab zu klären! Darüber erfährst Du in den folgenden Absätzen mehr.

Kosten

Abhängig vom Händler bekommt man ein Set aus Klettersteigset, Klettergurt und Helm in Aktion ab ca. 130 Euro, der reguläre Preis beläuft sich auf ca. 180 bis 230 Euro für das komplette Set.

Sitzgurt

Mittlerweile gibt es nicht mehr nur einen Klettergurt, der für alle alpinen Disziplinen verwendet werden kann, sondern Gurte, die an die jeweiligen Anforderungen angepasst wurden. Prinzipiell kann man mit jedem Klettergurt alle alpinen Sportarten ausüben, denn aus sicherheitstechnischer Perspektive gesehen müssen alle Produkte Stürze halten können und den entsprechenden Sicherheitsnormen entsprechen. Unterschiede bestehen vor allem in punkto Tragekomfort und Zusatzausstattung, z. B. Materialschlaufen, Polsterung, Gewicht, verstellbare Beinschlaufen etc.

Spezielle Klettersteiggurte

Gurte, die speziell auf Klettersteigbegehungen zugeschnitten sind, haben beispielsweise weniger Materialschlaufen als ein Klettergurt, da Materialschlaufen beim Tragen eines Rucksacks im Weg sein können. Manche Modelle weisen einen erhöhten Anseilpunkt auf. Stürze sind beim Klettersteiggehen zu vermeiden, weswegen man in der Regel sehr selten im Gurt sitzt – eine bequeme Polsterung ist demzufolge nicht notwendig. Beim Klettern hingegen gehören kontrollierte Stürze dazu und auch beim Abseilen und Sichern sitzt man im Gurt. Dafür muss bei einem Klettersteiggurt darauf geachtet werden, dass er im Rucksack gut zu verstauen ist, da man bei vielen Klettersteigen lange Zustiegswege zurücklegen muss und ein sperriger, schwerer Klettergurt im Rucksack viel Platz wegnehmen würde.

Überlege Dir also vor dem Kauf, für welche Disziplinen Du den Gurt einsetzen möchtest. Möchtest Du für jede Disziplin einen speziell dafür ausgelegten Gurt haben oder ist der Mittelweg für Dich auch akzeptabel? Frag diesbezüglich bei Deinem Fachhändler nach und nutze die Gelegenheit zum Probesitzen – Deine Wirbelsäule und Deine Hüften werden es Dir danken 😉

Kosten

Klettergurte gibt es ab ca. 40 Euro zu haben. Abhängig von der Marke und der Ausstattung legt man bis zu 100 Euro auf den Tisch. Vereinzelt gibt es aber auch teurere Modelle bis zu 150 Euro. Der Unterschied ist vor allem im Gewicht, der Konstruktion (Polsterung, verstellbare Schlaufen etc.), Ausstattung (Materialschlaufen) zu suchen.

Sitz- und Brustgurt, Komplettgurte

Manche Klettersteiggeher bevorzugen eine Kombination aus Sitz- und Brustgurt, um den Anseilpunkt zu erhöhen. Dadurch soll vermieden werden, dass man im Fall eines Sturzes nach hinten kippt und in weiterer Folge kopfüber im Gurt hängt. Sitz- und Brustgurt werden mithilfe einer Bandschlinge miteinander verbunden.

Wichtig: Brustgurte immer in Kombination mit dem Sitzgurt verwenden!

Kosten

Brustgurte kosten rund 30 bis 40 Euro. Zusätzlich benötigt man eine Bandschlinge, um Sitz- und Brustgurt miteinander zu verbinden.

Anstelle einer Kombination aus Hüft- und Brustgurt gibt es auch die Möglichkeit Komplettgurte zu verwenden. Die Kosten dafür liegen bei ca. 50 bis 70 Euro.

Klettersteigset

Klettersteigsets gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Für welche man sich entscheidet, hängt im Wesentlichen davon ab, wie gut man mit der Bauweise eines Sets zurechtkommt. Bei den Karabinern sollte man darauf achten, ob man den Verschlussmechanismus gut betätigen kann und ob der Karabiner gut in der Hand liegt. Gerade bei schwierigen Stellen sollte man durch einen Karabiner, den man nur umständlich öffnen kann, nicht behindert werden.

klettersteigkarabiner

Die Arme bzw. Äste (d. h. das Verbindungsstück zwischen Karabiner und Fangstoßdämpfer) gibt es in einer elastischen Ausführung und einer nicht-elastischen. Die elastischen Äste erleichtern die Handhabung des Klettersteigsets, da die langen Seiläste v. a. bei Gehpassagen nicht herunterhängen und man sich beim Klettern nicht so leicht verheddert. Das obere Klettersteigset hat elastische Äste, das untere statische.

aeste

Der Fangstoßdämpfer wird einerseits als Reibfalldämpfer und andererseits als Bandfalldämpfer gebaut. Reibfalldämpfer sind folgendermaßen konstruiert: Das Seil des Klettersteigsets wird durch eine Lochplatte oder ein Klemmelement gezogen, ein Sturz wird aufgrund der Reibung dynamisch abgebremst. Bandfalldämpfer bestehen hingegen aus vernähtem und verwebten Bandschlingenmaterial, das im Fall eines Sturzes aufreißt und den Bremsweg verlängert und dynamisch abbremst.

Das Innenleben eines Bandfalldämpfers
Das Innenleben eines Bandfalldämpfers
reibfalldämpfer

Es gibt mittlerweile auch Sets, die eine integrierte Rastschlinge haben. Zudem haben manche Anbieter Sets im Programm, deren Fangstoßdämpfer an das Körpergewicht des Kletterers angepasst werden kann. Dies ist v. a. dann relevant, wenn ein Set für Kinder und sehr leichte Personen gesucht wird.

Wichtig: Nach jedem Sturz ist ein Klettersteigset auszutauschen! Durch die Sturzkräfte wird das Material stark beansprucht und ein ausreichender Schutz ist nicht mehr gegeben.

Kosten

Klettersteigsets sind ab ca. 60 Euro zu erwerben, abhängig von der Ausstattung kosten sie bis zu rund 120 Euro. Spezielle Ausführungen schlagen sich mit bis zu 180 Euro zu Buche. Auch hier gilt: Vor dem Kauf ausprobieren!

Helm

Kletterhelme gibt es in drei Ausführungen, nämlich als Hartschalenhelme und Inmolding-Helme (Hartschaumhelme) sowie als Hybridform zwischen diesen beiden Varianten. Die Vorteile eines Hartschalenhelmes liegen darin, dass er sehr robust ist und v. a. vor Steinschlag schützt. Seine Nachteile sind der geringere Schutz beim seitlichen Aufprall und ein höheres Gewicht. Hartschaumhelme sind den Hartschalenhelmen in dieser Hinsicht voraus, allerdings bieten sie weniger Schutz bei Steinschlag und sie sind empfindlicher. Mit Hybridformen (Hartschale außen, Hartschaumelemente innen) versucht man, die Vorteile zu kombinieren.

Kosten

Kletterhelme gibt’s ab ca. 40 Euro, wobei sehr viele Modelle im Preisbereich zw. 50 und 60 Euro angesiedelt sind.

Klettersteig Vorbereitung und Literatur

Klettersteige sicher zu begehen setzt zum einen eine gewisse körperliche Ausdauer und Kraft voraus, aber auch in Hinblick auf die Ausrüstung solltest Du einiges wissen. Zudem solltest Du Dir weitere Informationen über die für Dich machbaren Klettersteige aus einem der zahlreichen Klettersteigführer holen. Im Folgenden findest Du einen Überblick über jene Bereiche, die Dir bereits vor der Begehung vertraut sein sollten. Außerdem erhältst Du Informationen über die Klettersteig-Standardwerke bzw. nützliche Internetseiten.

Klettersteig Vorbereitung und Literatur

Ausrüstung

Das Begehen von Klettersteigen setzt die richtige Handhabung der Sicherheitsausrüstung voraus. Man sollte wissen, wie man sein Klettersteigset in den Klettergurt einbindet, auf welche Art man die Karabiner in das Drahtseil einhängt und wie man die Karabiner bei Verankerungen richtig umhängt.

Ausdauer

Für viele Klettersteige ist eine sehr gute körperliche Verfassung notwendig, da man sowohl Kraft in Armen und Beinen als auch eine gute Kondition benötigt. Ein spezifisches körperliches Klettersteigtraining gibt es nicht; es eignen sich vielmehr alle Sportarten, die Arme und Beine kräftigen, die Ausdauer trainieren und Spaß machen.

Wohl aber kann man sich als Kletterneuling mit dem Bewegungsablauf beim Klettern vertraut machen, indem man in der nächstgelegenen Kletterhalle bouldern geht. Für alle, die nicht einfach auf eigene Faust bouldern möchten, gibt es genügend Kurse, in denen die richtigen Klettertechniken gelernt werden können. Vor allem das Erlernen eines ökomischen Kletterstils (nicht mit den Armen ziehen, sondern mit den Beinen steigen) bringt viele Vorteile im Klettersteig, denn auf diese Weise können schwierigere Passagen kraftsparend durchklettert werden.

Alpine Verhaltensregeln

Für all jene, die sehr wenig bzw. gar keine alpine Erfahrung haben, ist es ratsam, die ersten Klettersteige gemeinsam mit erfahrenen Personen zu begehen. Hier bieten sich Klettersteigkurse und Klettersteigtrainings an, die von sehr vielen Alpinschulen und Alpenvereinen angeboten werden. Bergführer und Instruktoren geben in der Regel kompetente, spannende sowie interessante Einblicke in die Materie und man lernt das richtige Verhalten von der Pieke auf. Aber auch berg- und klettersteigerfahrene Freunde, Kollegen, Bekannte können diese Aufgabe übernehmen und Anfänger auf leichten Routen begleiten.

Klettersteigführer

Geeignete Klettersteige findet man auf zweierlei Arten: Entweder man legt sich eines der Standardwerke zu und schmökert darin (stundenlang ;-)) oder man sucht im Internet nach geeigneten Routen. Beide Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile.

Bücher

Zu den Standardwerken gehören beispielsweise die umfangreichen Klettersteigführer, die von vom Alpinverlag (Klettersteigführer Österreich; Klettersteigführer Dolomiten, Südtirol, Gardasee; Klettersteigführer Schweiz…), dem Rother Bergverlag (Klettersteig-Atlas Alpen; Dolomiten, Brenta, Südtirol; Bayern, Vorarlberg, Tirol, Salzburg; Klettersteige Schweiz; Klettersteigführer Ostalpen; Westalpen – Frankreich – Italien; Julische Alpen…), dem Verlag Bruckmann (Eugen E. Hüslers Publikationen Klettersteig Bd. 1 und Bd. 2, Hüslers Klettersteigatlas Alpen), dem Schall-Verlag (Klettersteig-Atlas Deutschland, Klettersteig-Atlas Österreich, mehrbändiger Klettersteig-Atlas Italien (Italien West; Dolomiten – Südtirol) etc.) oder vom Verlag Tyrolia (Klettersteig-Guide Österreich) herausgegeben wurden.

Daneben gibt es noch Publikationen (z. B. von Eugen E. Hüsler), die sich entweder auf leichte Klettersteige, auf Genussklettersteige, kleinere Gebiete, Klettersteige mit kurzen Zustiegsrouten, familientaugliche Klettersteige, extrem schwierige Klettersteige etc. beschränken.

Dabei handelt es sich um von Spezialisten verfasste Beschreibungen. Zwar werden die Informationen immer aktualisiert, allerdings können sich die Bedingungen in den Klettersteigen ändern – das steht dann logischerweise auch nicht im Buch.

Internet

Man findet viele Tourenbeschreibungen auch über das Internet. Teilweise handelt es sich um wirklich sehr gut aufbereitete Seiten, die Fotos, Topos (d. h. eine Skizze des Routenverlaufs mit vielen zusätzlichen Informationen), detaillierten Beschreibungen etc. zur Verfügung stellen. Der große Vorteil ist, dass zum Teil sehr aktuelle Informationen über den Zustand des Steiges verfügbar sind, da einige Portale mit Kommentarfunktionen arbeiten. Vor Augen halten sollte man sich jedoch, dass in vielen Fällen nicht klar ist, wer die Autoren dieser Einträge sind bzw. welche Qualifikationen sie haben. Das bedeutet, dass man Vorsicht walten lassen sollte und im Zweifelsfall weitere Quellen heranzieht. Folgende Seiten geben gut Auskunft:

Zusammengefasst bedeutet das: Ein Blick in die Bücherabteilung von Bergsportgeschäften lohnt sich in vielen Fällen! Das Internet kann zusätzliche Informationen bieten, welche über die gerade aktuellen Bedingungen Auskunft geben.

Klettersteig Schwierigkeitsskala

Andere Länder, andere Sitten – auch bei der Schwierigkeitsbewertung von Klettersteigen gilt dieser vielzitierte Satz! Im Alpenraum gibt es keine allgemeingültige Skala, vielmehr wird mit unterschiedlichen Klettersteig Schwierigkeitsskalen gearbeitet. Gemeinsam ist jedoch allen Bewertungssystemen: sie beziehen sich auf normale Verhältnisse; objektive (Wetter, Nässe, Vereisung…) und subjektive (Trainingszustand, mentale Belastbarkeit…) Einflussfaktoren, die eine Begehung schwieriger machen können, fließen nicht mit ein.

Klettersteig Schwierigkeitsskala

Schwindelerregende Tiefblicke – der Klettersteig sollte sorgfältig ausgewählt werden!

Sechsteilige Klettersteig Schwierigkeitsskala

Die beiden Autoren Eugen E. Hüsler (Bruckmann-Verlag) und Paul Werner (Rother Bergverlag) entwickelten jeweils eine sechsteilige Skala, die von K1 bis K6 (Hüsler) bzw. KS1 bis KS6 (Werner) reicht. Diese beiden Skalen sind v. a. in Deutschland gebräuchlich.

Hüsler-Skala

K1 (leicht): Gesicherte Wege, kurze Leitern, nicht sehr steiles Gelände, klettertechnisch einfach zu begehen, für Anfänger meist gut geeignet, erfahrene Bergsteiger benötigen keine Klettersteigausrüstung.

K2 (mittel): Steileres Gelände, Route ist aufwändig abgesichert. Ausgesetzte Stellen kommen vor, klettertechnisch bereits höhere Anforderungen, Klettersteigausrüstung empfohlen.

K3 (ziemlich schwierig): Steiles und ausgesetztes Felsgelände, gut abgesicherte Routen. Kleinere Tritte, höhere konditionelle Anforderungen. Klettersteigausrüstung erforderlich.

K4 (schwierig): Steiles Felsgelände, Überhänge sind möglich. Sehr ausgesetzt. Steighilfen an Schlüsselstellen, tw. nur Sicherung mit Drahtseil, kleinere Tritte und Griffe. Kraft und Ausdauer in den Armen Voraussetzung, sehr anstrengend.

K5 (sehr schwierig): Schwieriges Felsgelände, sehr anstrengend, ausgesetzt und vielfach lang. Ausdauer und Kraft unbedingt erforderlich; klettertechnisch anspruchsvoll, Steighilfen nur in extremen Passagen vorhanden.

K6 (extrem schwierig): Ausschließlich für Experten; Ansprüche dieselben wie bei KS 5, allerdings extremer.

Fünfteilige Klettersteig Schwierigkeitsskala

Kurt Schall entwickelte in seinen Klettersteigführern die mittlerweile nach ihm benannte fünfteilige Skala, nach welcher der Schwierigkeitsgrad mit den Buchstaben A bis E bezeichnet wird. Diese Skala ist in Österreich verbreitet.

A (leicht): Gesicherte Wege, kurze Leitern, nicht sehr steiles Gelände, klettertechnisch einfach zu begehen, für Anfänger meist gut geeignet, erfahrene Bergsteiger benötigen keine Klettersteigausrüstung.

B (mäßig schwierig): Steileres, felsiges Gelände; ausgesetzte, kleintrittige Passagen. Senkrechte Passagen mit Leitern, Trittstiften, etc. möglich. Unter Umständen anstrengend und kraftraubend. Auch Erfahrene verwenden bereits eine Klettersteigausrüstung.

C (schwierig): Steiles Felsgelände, kleinere Tritte bei ausgesetzte Passagen, Steighilfen weiter auseinander, höhere klettertechnische Anforderungen, Leitern im Überhäng möglich; sehr gute Kondition notwendig, da bereits teilweise sehr kraftraubend.

D (sehr schwierig): Gelände senkrecht und tw. überhängend, sehr ausgesetzt, Sicherung oft nur mit Stahlseil, wenig und tw. weit auseinander liegende Steighilfen; gute Klettertechnik, Armkraft und Kondition Voraussetzung. Ungesicherte Kletterstellen (I – II) möglich.

E (extrem schwierig): Dieselben Anforderungen wie D, allerdings extremer. Ausschließlich für sehr gut trainierte Sportler mit viel Erfahrung in Hinblick auf die Klettertechnik, die ein stabiles Nervenkostüm haben.

F und G: Klettersteige in diesen Schwierigkeitsstufen wurden erst vor kurzem neu errichtet. Sie sind ausschließlich den Experten vorbehalten, die in diesen extremen Steigen jedoch auch mit Sicherungstechniken aus dem Kletterbereich arbeiten.

Italien und Frankreich

Auch in Italien und Frankreich wird mit einem fünfstufigen Bewertungssystem gearbeitet, wobei die einzelnen Bewertungsstufen in etwa der Schall-Skala entsprechen.

F (facile)

M (ital.: media difficoltà)/PD (frz.: peu difficile)

D (difficile)

MD (ital.: molto difficile)/TD (frz.: très difficile)

ED (estrema difficoltà/extrement difficile)

Klettersteig Touren

Die Wahl der richtigen Tour erhöht nicht nur den Genuss der Klettersteigbegehung, sondern vor allem die Sicherheit! Die genaue Planung ist daher der wichtigste Schlüssel zu einer erfolgreichen und sicheren Begehung. Berücksichtigt werden sollte diesbezüglich das Eigenkönnen (Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, Trainingszustand, alpine Erfahrungen), der Schwierigkeitsgrad und die Länge der Tour sowie das Wetter und die aktuellen Verhältnisse im Klettersteig.

Klettersteig Touren - Schnee und Eis verlangen eine sehr umsichtige Verhaltensweise

Schnee und Eis verlangen eine sehr umsichtige Verhaltensweise – bei schwierigen und steilen Steigen sollte man auf eine Begehung verzichten.

Eigenkönnen

Man sollte für die Mehrzahl der Klettersteige schwindelfrei und trittsicher sein, da man oft senkrechte Felswände und sehr abschüssiges Gelände überwinden muss. Die schwindelerregenden Ausblicke nach unten zehren an der Psyche und sollten bei der Tourenplanung bedacht werden, da die übliche körperliche Leistung unter Umständen nicht abgerufen werden kann. Sollte man mit derartig luftigen Ausblicken nach unten Probleme haben, ist es empfehlenswert, klein anzufangen und dementsprechend leichte Klettersteige wählen. Man gewöhnt sich mit der Zeit an die Höhe und wird in seinen Bewegungen immer sicherer.

Außerdem sollte der aktuelle Trainingszustand berücksichtigt werden. Zum einen braucht man sowohl Kraft in den Armen und Beinen als auch gewisse Kletterfertigkeiten, zum anderen benötigt man eine gute Kondition, da nicht nur der Klettersteig an sich gemeistert werden will, sondern man auch den Zu- und Abstieg schaffen muss. Das bedeutet, dass man die Gesamttour bedenken muss, denn unter Umständen kann ein kurzer, leichterer alpiner Klettersteig mit einem langen Zu- und Abstieg insgesamt anstrengender und fordernder sein als ein schwerer Sportklettersteig in Talnähe. Wenig ratsam ist es, an die äußersten Grenzen seiner Leistungsfähigkeit zu gehen – sollte ein Notfall eintreten, müssen immer noch Reserven zur Verfügung stehen.

Zudem sollte man seine eigenen alpinen Erfahrungen einfließen lassen: Ist man oft in derartigem Terrain unterwegs, kann man die aktuellen Gegebenheiten besser einschätzen. Die dazu notwendigen Fertigkeiten sind: Einschätzung von Wettergefahren, Orientierungsvermögen und Trittsicherheit im weglosen Gelände, Umgang mit dem Seil oder auch Erfahrungen mit Gletscherbegehungen.

Das bedeutet, eine ehrliche Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten erhöht einerseits die Sicherheit. Andererseits aber auch die Freude am Klettern, da man die Aussichten und die spektakulären Landschaften, die man durchklettert, genießen kann. Gerade als Einsteiger sollte man klein anfangen, denn schlechte Erfahrungen, die man aufgrund zu schwieriger Bedingungen gemacht hat, können die Freude am Klettersteiggehen gründlich verderben. Schlechte Vorbereitung, Unkenntnis über die Sicherheitsausrüstung und über das richtige Verhalten können im Ernstfall tödliche Unfälle nach sich ziehen.

Schwierigkeitsgrad und Länge

Mit dem Eigenkönnen eng verbunden ist der Schwierigkeitsgrad des Klettersteiges. Man sollte Klettersteige so wählen, dass die Herausforderungen, die aufgrund des Schwierigkeitsgrades herauszulesen sind und die anhand von Tourenbeschreibungen eruiert werden können, zum jeweiligen Eigenkönnen passen. In einem Klettersteig sind Stürze aufgrund der hohen Verletzungsgefahr tabu, dementsprechend sollten sie nicht herausgefordert werden. Das bedeutet, man sollte den Schwierigkeitsgrad so wählen, dass man den Anforderungen bestens gewachsen ist; nicht aber so, dass man sie gerade noch meistern kann. Das Klettersteigset dient als Notfallausrüstung, um einen Totalabsturz zu vermeiden; nicht aber dazu, um kontrollierte Stürze wie beim Sportklettern zu halten.

Fragen, die man sich in diesem Zusammenhang beantworten sollte, sind: Passt die im Führer angegebene Schwierigkeit zu meinen Kletterfähigkeiten? Was ist die angegebene Kletterzeit und wie lange dauern Zu- und Abstieg? Wie viele Höhenmeter sind im Klettersteig zu überwinden? Gibt es Notausstiege aus der Tour im Fall eines Wetterumschwungs oder bei Überforderung? Ist mir das Gebiet, der Berg, der Klettersteig bekannt oder begebe ich mich zum ersten Mal in dieses Terrain?

Wetter und Verhältnisse

Der Paternkofel von unten - Schlechtwetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir entschieden uns, auf diese Tour zu verzichten.
Der Paternkofel von unten – Schlechtwetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir entschieden uns, auf diese Tour zu verzichten.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist das Wetter. Klettersteigbegehungen sind im Prinzip Schönwetterunternehmungen. Genaue Informationen über den Wetterverlauf am Tourentag sind Voraussetzung für ein sicheres Begehen des Klettersteiges, denn Schlechtwettereinbrüche (auch Regen!) stellen in diesem Zusammenhang ein Sicherheitsrisiko für Klettersteig Touren dar.

Zum einen spielen Gewitter eine wichtige Rolle, da Klettersteige aufgrund der Drahtseile prädestinierte Blitzableiter sind. Das bedeutet, ist man im Sommer unterwegs, sollte man die Gewitterneigung am Nachmittag unbedingt berücksichtigen. An jenen Tagen, an denen Gewitter vorausgesagt werden, sollte man seine Tour so wählen, dass man rechtzeitig und ohne Zeitdruck wieder zurück ist, sofern man nicht völlig darauf verzichtet. Um dies plakativ zu zeigen: Ist für den Nachmittag eine Gewitterneigung vorhergesagt, hat man in einem langen, fordernden Klettersteig, der in luftige Höhen führt, nichts zu suchen, denn schnelle Rückzugsmöglichkeiten hat man in Klettersteigen üblicherweise nicht. Wohl aber können kürzere Halbtagsunternehmungen oder wenig exponierte Klettersteig Touren, z.B. durch Schluchten, an Seeufern etc., begangen werden, sofern man rechtzeitig aufbricht.

Regen, Schnee und Eis sind üblicherweise auch keine guten Begleiter bei Klettersteig Touren. Die Anforderungen können bereits bei Nässe beträchtlich erhöht werden, denn Felsen und Steighilfen können extrem rutschig werden. Vor allem Passagen, in denen nasses und erdiges Gelände überquert werden muss, bergen ein Sicherheitsrisiko, da die Profilsohlen der Schuhe verschmieren und der Halt bei der nächsten Kletterstelle herabgesetzt ist. Bei Schnee und Eis im Klettersteig sollte ein sehr defensives Verhalten an den Tag gelegt werden. Das bedeutet in den allermeisten Fällen ein Verzicht auf die Tour.

All jenen, die ihre Klettersteig Touren nicht in aller Früh starten, sei noch ans Herz gelegt, sich – zusätzlich zur Gewitterneigung in der zweiten Tageshälfte – über den Zeitpunkt des Einbruchs der Dunkelheit Gedanken zu machen und ihre Touren so zu planen, dass genügend zeitliche Sicherheitsreserven vorhanden sind.

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