Kastenwagen oder Wohnmobil – Was ist besser?

Kastenwagen oder Wohnmobil? In diesem Beitrag erläutern wir welche Vor- und Nachteile ein Kastenwagen gegenüber einem Wohnmobil hat und warum wir uns für diese Art des Aufbaus entschieden haben. Wenn du also gerade versuchst herauszufinden, welche Variante für dich die bessere ist, dann ist dieser Beitrag genau das Richtige für dich. 

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Die 3 wichtigsten Unterschiede

Ich möchte mit euch in diesem Beitrag die 3 wichtigsten Unterschiede zwischen einem Kastenwagen und einem Wohnmobil durchgehen und erläutern, warum wir uns letztlich für den Kastenwagen entschieden haben. Diese Punkte sind für uns die Unterschiede in der Bauart, die Kosten und die Alltagstauglichkeit. 

Udo Hundeblogger

Hi, ich bin Udo

Blogger, Großbildjäger & Hütehundhüter

Ich liebe es, mit meinem Hund „Herr Lehmann“ draußen aktiv zu sein! Die Kamera ist natürlich immer mit dabei. Auf waldhelden.de gebe ich dir Inspirationen für deinen Aktivurlaub mit Hund und Tipps zum Fotografieren und Filmen deiner Abenteuer. In meinem kostenlosen Buch Der Blog-Ratgeber verrate ich dir, wie du selbst einen erfolgreichen Blog startest.

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Die Bauart

Der Kastenwagen hat einen serienmäßigen Blechaufbau vom Autohersteller, während ein Wohnmobil einen GFK Aufbau vom Wohnmobilbauer bekommt. Der geschlossene Blechaufbau ist zum einen etwas stabiler, zum anderen bei Beschädigungen leichter zu reparieren als die Plastikhülle vom Wohnmobil. Wenn man sich einige Crashtests ansieht, dann möchte man lieber mit beiden Varianten keinen Unfall haben, aber im Kastenwagen fühlen wir uns trotzdem ein Stückchen sicherer. 

Dadurch, dass ein Wohnmobilaufbau aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt wird und nicht, wie ein Kastenwagen aus „einem Stück“ besteht, gibt es natürlich auch mehr Möglichkeiten an denen irgendwann Feuchtigkeit in das Fahrzeug eindringen kann. Die meisten Hersteller geben inzwischen lange Dichtheitsgarantien, aber gerade, wenn man ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen möchte, ist das vielleicht ein interessanter Punkt.

Viele Einzelteile beim GFK Aufbau

Ein weiterer Unterschied beim Aufbau sind die Türen. Der Kastenwagen hat eine große Schiebetür an der Seite. Weit geöffnet, ist sie eine tolle Möglichkeit bei gutem Wetter quasi draußen zu sein, obwohl man im Fahrzeug sitzt. Bei kaltem Wetter lässt sie allerdings auch viel warme Luft entweichen, wenn man nur mal kurz raus und wieder rein huschen will.

Zudem sind die Türen relativ laut (außer man hat einen automatischen Softclose verbaut) und insgesamt einfach unhandlicher und sperriger, als die Tür am Wohnmobil.

Kastenwagen oder Wohnmobil Schiebetüre
Die Schiebetür im Kastenwagen. Schön, aber bei kaltem Wetter auch mit Nachteilen.

Weiter hat der Kastenwagen noch die beiden großen Hecktüren. Durch diese ist die Garage zwar gut zugänglich und du kannst schöne Instagrambilder machen :-), aber auch diese Variante hat Nachteile. Wenn du nur mal kurz was aus der Garage holen willst, öffnet die Türe die komplette Rückseite und auch hier entweicht wieder die warme Luft aus dem Wohnraum.

Kastenwagen oder Wohnmobil Hecktüre
Die Hecktüre öffnet die gesamte Rückseite, auch den Wohnbereich.

Es gibt also nicht wie beim Wohnmobil eine abgetrennte Heckgarage, die durch eine separate Türe beladen werden kann.

Die Türen sind im Kastenwagen auch nicht wirklich gut isoliert. Wenn es mal kälter ist oder starker Wind durch die Türen zieht, müssen sie durch zusätzliche Isomatten abgehangen werden. Diese Matten kann man aber einfach im Internet bestellen oder selber basteln. Wir werden da demnächst mal ein Video zu machen.

Kastenwagen oder Wohnmobil Türen
Die Türen sind nicht wirklich isoliert und lassen Wind und Kälte durch.

Der entscheidenste Unterschied bei der Bauart ist aber die Größe. Während ein Kastenwagen etwa 2,05 Meter breit ist, kommen bei einem Wohnmobil noch mal etwa 30 Zentimeter hinzu. Und das merkst du deutlich. Wenn man dann noch die 6,40 Meter maximale Länge vom Kastenwagen (unser hat sogar nur 5,99 Meter) mit einem 7 Meter Wohnmobil vergleicht, dann kommt dir das Wohnmobil gegenüber dem Kastenwagen wie eine Turnhalle vor.

Kastenwagen oder Wohnmobil Innenraum
Viel Platz im Wohnmobil

Du hast einfach in allen Bereichen mehr Platz:

  • in der Dinette
  • die Küche hat meist 3, statt zwei Flammen
  • es gibt mehr Ablageflächen und Stauraum
  • und auch in den Längsbetten hast du mehr Platz

Immer mehr Kastenwagenausbauer gehen dazu über, die Ablage über dem Fahrerhaus zu Gunsten von mehr Raumgefühl zu entfernen. Bei unserem Chausson nennt sich das maxiCab und wenn dort noch ein Fenster verbaut wurde, heißt es Skyroof. Wir sind uns noch nicht so ganz einig darüber, ob wir uns über das Mehr an Raumgefühl freuen, oder den zusätzlichen Stauraum vermissen werden. Das werden dann die ersten Touren zeigen müssen.

Kastenwagen oder Wohnmobil Skyroof
SkyRoof – Mehr Raumgefühl oder Verlust von Stauraum?

Sportlich mit dem Wohnmobil durchs Allgäu und Kleinwalsertal

Die Kosten

Bei den Kosten unterscheiden sich Kastenwagen und Wohnmobil insbesondere in zwei Punkten: Anschaffungskosten und Spritverbrauch. Versicherung und Steuern sollten gleich sein, da beide als Wohnmobil eingestuft werden und die gleichen Motoren verbaut sind.

Deutliche Unterschiede gibt es im Anschaffungspreis. Natürlich gibt es beide Varianten in unzähligen Preisstufen und ein direkter Vergleich ist relativ schwierig. Wir haben in der letzten Zeit einige Fahrzeuge und Preise verglichen und wenn man zwei möglichst ähnlich ausgestattete Modelle miteinander vergleicht, dann ist das Wohnmobil in der Regel wesentlich teurer als der Kastenwagen.

Kastenwagen oder Wohnmobil Skyroof
Die Preiszettel an den Wohnmobilen fallen in der Regel höher aus.

Beim zweiten Punkt – dem Spritverbrauch – ist es dann aber ganz klar, dass der Kastenwagen aufgrund seiner kompakteren Ausmaße einfach windschnittiger ist und dementsprechend weniger Sprit verbraucht. Was wir an Zahlen im Netz finden konnten, lag der Kastenwagen meist 1,5 – 2 Liter besser auf 100 Kilometer. Das summiert sich mit der Zeit dann schon auf.

Kastenwagen oder Wohnmobil Sprittverbrauch
Der Kastenwagen hat beim Verbrauch klar die Nase vorn.

Einen indirekten Minuspunkt kann man dem Kastenwagen dafür geben, dass er (so wie bei uns) als Zweitwagen im Alltag genutzt wird und deswegen einen höheren Verschleiß und Wertverlust als ein Wohnmobil hat. Dem kann man dann aber wiederum entgegenhalten, dass das Wohnmobil untergestellt werden müsste und ein anderer Zweitwagen Kosten verursacht. Also lassen wir dieses Argument nicht wirklich zählen.

Die Alltagstauglichkeit

Ganz klarer Sieger ist der Kastenwagen für uns in der Kategorie Alltagstauglichkeit. Mit seiner Länge von 6 Metern und einer Breite von 2,05 Metern ist er nicht nur in der Stadt gut zu fahren, sondern ist auch auf schmalen Straßen, Pässen oder in engen Gassen im Vorteil. 

30 Zentimeter hören sich im ersten Moment nicht viel an. Aber so, wie sie im Innenraum für wesentlich mehr Platz sorgen, sparen sie außen ordentlich Platz ein. Dadurch können wir den Kastenwagen problemlos bei uns auf die Einfahrt fahren und auch auf Parkplätzen sollte man mit etwas Glück immer eine passende Lücke finden.
Für uns wegen Herr Lehmann jetzt nicht ganz so spannend, ist die Möglichkeit, auch mal eine Städtetour zu machen. Aber auch das sollte mit den kompakteren Abmaßen eines Kastenwagens besser funktionieren, als mit einem Wohnmobil. 

Kastenwagen oder Wohnmobil Alltag
Im Alltag ist der kompaktere Kastenwagen einfach praktischer.

Etwas subjektiv, aber unserer Meinung nach sieht der Kastenwagen auch besser aus. Mit den richtigen Felgen, ein paar Extras und vielleicht noch einer individuellen Folierung hat man wirklich ein schönes Fahrzeug, mit dem man sich durchaus sehen lassen kann. OK, das ist wie gesagt unsere persönliche Meinung.

Etwas neutraler ist aber der Punkt, dass man mit dem Kastenwagen nicht ganz so sehr auffällt wie mit einem Wohnmobil.

Unser Fazit

Für uns war ein Punkt bei der Entscheidung für einen Kastenwagen ganz besonders entscheidend und das ist die Alltagstauglichkeit. Wir haben aktuell zwei Autos und wollten kein drittes haben, für das wir dann zusätzliche Unterhaltskosten zahlen müssten.

Außerdem hätte wir das Wohnmobil irgendwo unterstellen müssen. Und das hätte noch weitere Kosten verursacht. Also verkaufen wir ein Auto und ersetzen es durch den Kastenwagen. Da wir aber beide Autos täglich nutzen, muss unser Reisemobil einfach alltagstauglich sein. Und das funktioniert für uns aus den oben genannten Punkten mit dem Kastenwagen einfach besser. 

Für das Wohnmobil spricht im Grunde nur der zusätzliche Platz und der damit verbundene Komfort. Für uns zu zweit plus Hund ist der Platz vermutlich aussreichend. Das werden wir dann sehen, wenn die ersten längeren Regenperioden im Van verbracht wurden.

Und jetzt seid ihr dran. Aus welchen Gründen, habt ihr euch für welche Variante entschieden und falls ihr gerade noch in der Entscheidungsphase seid, lasst uns doch mal eure Überlegungen dazu wissen. 

4 Kommentare zu „Kastenwagen oder Wohnmobil – Was ist besser?“

  1. Simone Lindsay

    Hi. Wir sind nun auch wieder auf ein Kastenwagen zurück gekommen, denn Tochter fährt nicht mehr mit. Deine genannten Punkte können wir nur zustimmen. Jedoch darf man einen Nachteil als Hundebesitzer nicht außer Acht lassen. Ein Kastenwagen heizt sich, im Vergleich zu einem GFK-Aufbau, schneller auf. Dies kann schon mal als Hundebesitzer, der mal einkaufen gehen möchte vor ein Problem stellen.

    1. Hey Simone,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Bei diesem Punkt waren wir uns tatsächlich im Vorfeld ziemlich unsicher und haben viele Leute nach Erfahrungswerten gefragt. Die meisten waren der Meinung, dass ein Kastenwagen sich nicht so stark aufheizt und außer an richtig heißen/sonnigen Tagen kein Problem für Hunde ist. Der Chausson hat ab dem VIP Paket auch eine spezielle VPS Isolierung, die ebenfalls noch mal 3 Grad ausmachen soll (in beide Richtungen). Letztlich werden wir das aber natürlich erstmal genau beobachten und testen. Und im Normalfall ist Herr Lehmann natürlich mit dabei und muss nur in Ausnahmefällen mal den Van hüten 😉

      Viele Grüße und bleib gesund,
      Udo

  2. Grüss Gott miteinand
    Ich stand im Frühjahr auch vor der Entscheidung Kawa – Womo
    Hauptgrund für den Wechsel war die Breite meines alten Womos mit 2,32m – das ist auf vielen Bergstrassen in CH, i, und in F nicht mehr zulässig, in F auch oft an der Küste.
    Die neue max. Breite ist dort einheitlich 2,2m-
    .Letzlich standen noch je ein Modell jeder Kategorie in der Endauswahl:
    Ein Ahorn 6,2m Kawa 145 PS, mit Querbett, Sat Anlage AHK zu 49999 Euro und
    einWeinsberg Pepper 6,65m x 2,2m 160 PS mit Längsbetten, Sat Anlage, AHK und zusätzlich Wohnraum klimaanlage zu 54999 Euro
    Breiten problem gelöst.
    Aber bei der Versicherung gab es dann doch kräftige Unterschiede !
    (Beide HDI mitHaftpflicht und VK 100Euro TK 150 Euro)
    Für den Weinsberg mit 54.999 Euro Neuwert 666,22 Euro
    Für den Kawa mit 49.999 Euro Neuwert 846,45 Euro trotz gerngerem Neuwert:
    Aufschlag Blechdach gegeg GFK und
    Aufschlag Metallic Lackierung gegen Einfachlack
    Habe mich dann vor allem wegen des wesentlich besseren Platzangebots für das Womo entschieden.
    Und auch beim Verbrauch hat das Womo bei einem Kurzurlaub zum Gardasee
    Mit einem Gesamtdurchschnitt von 8,5 Ltr/100 km nur 0,1 Liter mehr verbrraucht als ein begleitender Pössl Kawa , also nichts mit 1 bis 2 Liter Mehrverbrauch. Das sind Realwerte beim gemeinsamen Fahren und keine Katalogwerte.
    Das Womo hat übrigens auch ein Skyroof anstelle der Frontablage, die ich jetzt sehr vermisse.
    Gruss
    Horst

    1. Hallo Horst!

      Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und deine zusätzlichen Erfahrungen. Die KaWa Versicherung ist erstaunlich teuer bei dir. Wir haben als Neuwert 48.000 Euro angegeben und mit 150/150 SB ein Angebot über 600 Euro von der LVM hier vor Ort.

      Das mit dem Spritverbrauch kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Allein durch den breiteren und nicht so aerodynamischen Aufbau muss das WoMo einfach schon mehr verbrauchen. Ihr müsstet ja exakt die gleichen Maschinen, Reifen und Gewicht fahren, um das wirklich vergleichen zu können.

      Ob wir die Frontablage vermissen werden muss sich noch zeigen. Die Waldheldin jammert auf jeden Fall schon fleißig, weil sie dort nix zum ablegen hat 😀

      Wir wüschen euch ein schönes Reisejahr 2021!

      Viele Grüße,
      Udo

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