Wie funktioniert StandUp Paddling (SUP)?

Wassersport

Der Sommer steht in den Startlöchern und mit den steigenden Temperaturen beginnt auch langsam wieder die Wassersport-Saison. Aktivitäten auf, im und unter Wasser gibt es zuhauf – für Abwechslung ist also auf jeden Fall gesorgt. Ich habe meine Liebe zum Sport auf dem Wasser (erst) vor einem Jahr entdeckt.

Auf dem Zeulenrodaer Meer im Osten von Thüringen bin ich nicht nur zum ersten Mal Kajak gefahren, sondern konnte auch StandUp Paddling ausprobieren. Wie das so ist und wie man es als blutiger Anfänger schafft, sich auf dem wackigen Board zu halten, möchte ich dir gern in diesem Beitrag erzählen.

Wie funktioniert StandUp Paddling

SUP – Was ist das eigentlich?

StandUp Paddling ist eine Wassersportart, die sich erst vor ein paar Jahren in Deutschland etabliert hat. Die Anhängerschaft ist noch verhältnismäßig klein, wächst allerdings stetig. Auch die Möglichkeiten, das Stehpaddeln (so die deutsche Übersetzung) auszuprobieren, werden immer mehr. Ich kann nur jedem raten: Nutze es und wage dich auf das Brett! Es macht riesigen Spaß.

Was genau StandUp Paddling ist, ist ziemlich schnell erklärt. Du hast ein großes Board (ähnlich einem Surfbrett) und ein ziemlich langes Paddel. Die sportliche Herausforderung besteht einerseits darin, das Gleichgewicht auf dem Wasser zu halten und dich andererseits auch noch mithilfe des Paddels fortzubewegen. Wenn das SUP einmal beherrscht wird, ist absolut entspannend, aber auch ein gutes Training für Armen und Beine.

Übrigens: Es gibt zwei „Arten“ von SUP-Boards. Die einen sind wie klassische Surfbretter aufgebaut, die anderen sind aufblasbar. Letztere Variante ist meist günstiger und auch praktischer (man denke nur mal an den Transport), allerdings hält sie nicht so viel aus wie die „echten“ SUP-Boards.

Wie funktioniert SUP

Mein erstes Mal…

Ich gebe zu, dass ich vor meiner ersten SUP-Erfahrung schon ganz schön Bammel hatte. Geplant war nämlich ursprünglich, dass ich nicht nur stehend sanft übers Wasser gleite, sondern Yoga auf dem Board mache. Ja, so etwas gibt‘s – und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich dabei vor vielen fremden Leuten zum Obst gemacht hätte. Als es dann hieß, dass die Yoga-Trainerin nicht kommen könne, fiel meine Enttäuschung entsprechend spärlich aus. Ich freute mich nach wie vor auf die Herausforderung beim StandUp Paddling – aber Yoga mache ich weiterhin bevorzugt auf festem Untergrund.

Mein erster Kontakt mit dem SUP-Board war… ich nenne es mal: verhalten. Ich bin nicht unbedingt die größte Wasserratte, wenn ich nicht weiß, was unter mir so alles kreucht und fleucht und deswegen war ich nicht sonderlich scharf drauf, ins Wasser zu fallen. Aber nützt ja alles nichts, also Augen zu und durch. Dank der Tipps unseres „Trainers“ (die du weiter unten lesen kannst) klappte das StandUp Paddling in erstaunlich kurzer Zeit erstaunlich gut. Doch gerade, als ich mich sicher genug für ein paar Spielereien fühlte, landete ich dann doch noch im Wasser… Gehört sicherlich dazu, wenn man es zum ersten Mal ausprobiert.

Wie funktioniert StandUp Paddling

So funktioniert StandUp Paddling

  • Die richtige Paddel-Höhe: Ehe es aufs Wasser geht, musst du unbedingt die Höhe vom Paddel anpassen (lassen). Stelle dich hierzu aufrecht hin, nimm das Paddel in die Hand und strecke deinen Arm so weit nach oben wie es geht. Für die ideale Anfänger-Höhe muss das Paddel vom Boden bis zu deiner ausgestreckten Hand reichen. Noch mehr interessante Infos zur richtigen Paddellänge findest du hier.
  • Erste „Gehversuche“: Wenn du das Board ins Wasser geschoben hast, hast du zwei Optionen. Entweder du setzt sich breitbeinig darauf oder du kniest dich hin. Auf keinen Fall solltest du dich von Anfang an hinstellen. Die Wahrscheinlichkeit, direkt ins Wasser zu fliegen, ist dann nämlich ziemlich groß. Freunde dich lieber erst mal mit der wackeligen Situation an. Wenn du ein erstes Gespür für das Board bekommen hast, kannst du in den Kniestand übergehen. Das heißt, deine Schienbeine liegen auf dem Board auf, Oberschenkel und Oberkörper bilden bereits eine senkrechte Linie.
  • Richtig paddeln: Das Paddel beim SUP ist erstaunlich lang. Hiermit richtig umzugehen ist gar nicht mal so einfach. Damit du dich zügig fortbewegen kannst, solltest du unbedingt die richtige Technik üben. Achte beim Eintauchen des Paddels darauf, dass dieses eine möglichst geringe Fläche hat. Das verringert den Widerstand. Unter Wasser kannst du es dann um 90° drehen, sodass es möglichst viel Wasser „wegstößt“. Wenn du Erfahrungen mit Kanus, Kajaks etc. hast, wird dir das Paddeln leicht fallen. Bist du Anfänger (so wie ich es war), hast du den Dreh nach ein paar Übungsminuten schnell raus.
  • Aufstehen: Du fühlst dich im Kniestand sicher und hast auch die richtige Paddel-Technik drauf? Dann kannst du nun langsam (!) aufstehen. Es dürfte nicht überraschend sein, dass dieser Part der schwierigste ist. Regel Nummer 1: Immer schön mit der Ruhe und ein Schritt nach dem anderen. Positioniere dich so, dass du über der Markierung auf dem SUP-Board kniest. Stelle einen Fuß auf Höhe der Markierung auf und stoße dich leicht nach oben. Positioniere den zweiten Fuß parallel zum ersten und achte darauf, dass die Markierung genau zwischen beiden ist. Versuche, möglichst breitbeinig zu stehen und strecke die Beine nicht voll durch.
  • Stolz stehen und paddeln: Unser SUP-Lehrer hat uns den Tipp gegeben, stolz auf dem Board zu stehen. Soll heißen: Gucke immer nach vorn und nie nach unten – auch wenn das sehr verlockend ist. Grundsätzlich sollte dein Blick immer da hin zeigen, wo du auch hin willst. Mir hat es extrem geholfen, ein Ziel in der Ferne zu fokussieren und dann einfach „drauf los zu paddeln“. Gleichzeitig ist es wichtig, die Füße fest ins Board zu drücken, dabei aber auch nicht zu steif zu sein. Die Stock-im-Po-Variante fördert die Gefahr, ins Wasser zu fallen, extrem. Also: Immer schön locker, aber konzentriert sein. Dann klappt das mit dem StandUp Paddling auch.
  • Aus dem Wasser zurück aufs Board:Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deswegen solltest du natürlich auch wissen, wie du nach einer kurzen Abkühlung im Wasser zurück auf dein Board kommst. Ich empfehle die Technik von hinten. Umfasse das Board mit beiden Händen und ziehe dich von hinten rauf, sodass du auf dem Brett liegst. Danach kannst du vom Liegen in den Kniestand und von Kniestand zurück in die richtige SUP-Position kommen. Bleibe dabei immer schön ruhig und denke daran, dass sowohl deine Füße und Beine als auch das Board jetzt nass (und deswegen rutschig) sind.

Noch ein Tipp

Vor den ersten Versuchen auf dem StandUp Board kannst du deine Koordination auf einem Balance Board trainieren. Den Artikel zum DIY Balance Board findest du hier: Balance Board selber bauen für weniger als 5 Euro.

Wie sieht‘s aus? Hast du StandUp Paddling schon einmal ausprobiert oder konnte dir dieser Artikel vielleicht Lust darauf machen? Schreibe mir gern einen Kommentar.

3 Kommentare

  1. Moin Udo, haben auch so ein SUP und finden es genial. Meine Frau macht darauf tatsächlich ab und an Yoga, ich halte das aber eher wie Du. Mir reicht das Paddeln… tolle Einfühtrung in diese Sportart mit Zukunft, Dankesschön und Tschüss, muß jetzt dringend auf den Baggersee… 😉

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    • Hi Eddy,

      ich muss gestehen, ich selbst bin immer noch nicht in den Genuss meiner ersten SUP Tour gekommen. Meine liebe Mitautorin Jessi ist mir hier eine Paddellänge im Voraus. Ich hoffe, dass ich es diesen Sommer aber noch aufs Brett schaffe 🙂

      Viele Grüße und viel Spaß am Baggersee
      Udo

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    • Hey Eddy,

      hier ist Jessi, die Autorin des Beitrags. SUP Ist wirklich extremst zu empfehlen. Ich hab tatsächlich auch schon mal ein paar Yoga-Übungen darauf probiert – und bin nicht ins Wasser gefallen 🙂
      Im nächsten Sommer geht es definitiv wieder auf das Brett.

      Liebe Grüße.

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