Klettersteig Touren – Klettersteige für Einsteiger VI

Klettern

Die Wahl der richtigen Tour erhöht nicht nur den Genuss der Klettersteigbegehung, sondern vor allem die Sicherheit! Die genaue Planung ist daher der wichtigste Schlüssel zu einer erfolgreichen und sicheren Begehung. Berücksichtigt werden sollte diesbezüglich das Eigenkönnen (Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, Trainingszustand, alpine Erfahrungen), der Schwierigkeitsgrad und die Länge der Tour sowie das Wetter und die aktuellen Verhältnisse im Klettersteig.

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Klettersteig Touren - Schnee und Eis verlangen eine sehr umsichtige Verhaltensweise

Schnee und Eis verlangen eine sehr umsichtige Verhaltensweise – bei schwierigen und steilen Steigen sollte man auf eine Begehung verzichten.

Eigenkönnen

Man sollte für die Mehrzahl der Klettersteige schwindelfrei und trittsicher sein, da man oft senkrechte Felswände und sehr abschüssiges Gelände überwinden muss. Die schwindelerregenden Ausblicke nach unten zehren an der Psyche und sollten bei der Tourenplanung bedacht werden, da die übliche körperliche Leistung unter Umständen nicht abgerufen werden kann. Sollte man mit derartig luftigen Ausblicken nach unten Probleme haben, ist es empfehlenswert, klein anzufangen und dementsprechend leichte Klettersteige wählen. Man gewöhnt sich mit der Zeit an die Höhe und wird in seinen Bewegungen immer sicherer.

Außerdem sollte der aktuelle Trainingszustand berücksichtigt werden. Zum einen braucht man sowohl Kraft in den Armen und Beinen als auch gewisse Kletterfertigkeiten, zum anderen benötigt man eine gute Kondition, da nicht nur der Klettersteig an sich gemeistert werden will, sondern man auch den Zu- und Abstieg schaffen muss. Das bedeutet, dass man die Gesamttour bedenken muss, denn unter Umständen kann ein kurzer, leichterer alpiner Klettersteig mit einem langen Zu- und Abstieg insgesamt anstrengender und fordernder sein als ein schwerer Sportklettersteig in Talnähe. Wenig ratsam ist es, an die äußersten Grenzen seiner Leistungsfähigkeit zu gehen – sollte ein Notfall eintreten, müssen immer noch Reserven zur Verfügung stehen.

Zudem sollte man seine eigenen alpinen Erfahrungen einfließen lassen: Ist man oft in derartigem Terrain unterwegs, kann man die aktuellen Gegebenheiten besser einschätzen. Die dazu notwendigen Fertigkeiten sind: Einschätzung von Wettergefahren, Orientierungsvermögen und Trittsicherheit im weglosen Gelände, Umgang mit dem Seil oder auch Erfahrungen mit Gletscherbegehungen.

Das bedeutet, eine ehrliche Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten erhöht einerseits die Sicherheit. Andererseits aber auch die Freude am Klettern, da man die Aussichten und die spektakulären Landschaften, die man durchklettert, genießen kann. Gerade als Einsteiger sollte man klein anfangen, denn schlechte Erfahrungen, die man aufgrund zu schwieriger Bedingungen gemacht hat, können die Freude am Klettersteiggehen gründlich verderben. Schlechte Vorbereitung, Unkenntnis über die Sicherheitsausrüstung und über das richtige Verhalten können im Ernstfall tödliche Unfälle nach sich ziehen.

Schwierigkeitsgrad und Länge

Mit dem Eigenkönnen eng verbunden ist der Schwierigkeitsgrad des Klettersteiges. Man sollte Klettersteige so wählen, dass die Herausforderungen, die aufgrund des Schwierigkeitsgrades herauszulesen sind und die anhand von Tourenbeschreibungen eruiert werden können, zum jeweiligen Eigenkönnen passen. In einem Klettersteig sind Stürze aufgrund der hohen Verletzungsgefahr tabu, dementsprechend sollten sie nicht herausgefordert werden. Das bedeutet, man sollte den Schwierigkeitsgrad so wählen, dass man den Anforderungen bestens gewachsen ist; nicht aber so, dass man sie gerade noch meistern kann. Das Klettersteigset dient als Notfallausrüstung, um einen Totalabsturz zu vermeiden; nicht aber dazu, um kontrollierte Stürze wie beim Sportklettern zu halten.

Fragen, die man sich in diesem Zusammenhang beantworten sollte, sind: Passt die im Führer angegebene Schwierigkeit zu meinen Kletterfähigkeiten? Was ist die angegebene Kletterzeit und wie lange dauern Zu- und Abstieg? Wie viele Höhenmeter sind im Klettersteig zu überwinden? Gibt es Notausstiege aus der Tour im Fall eines Wetterumschwungs oder bei Überforderung? Ist mir das Gebiet, der Berg, der Klettersteig bekannt oder begebe ich mich zum ersten Mal in dieses Terrain?

Wetter und Verhältnisse

Der Paternkofel von unten - Schlechtwetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir entschieden uns, auf diese Tour zu verzichten.

Der Paternkofel von unten – Schlechtwetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir entschieden uns, auf diese Tour zu verzichten.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist das Wetter. Klettersteigbegehungen sind im Prinzip Schönwetterunternehmungen. Genaue Informationen über den Wetterverlauf am Tourentag sind Voraussetzung für ein sicheres Begehen des Klettersteiges, denn Schlechtwettereinbrüche (auch Regen!) stellen in diesem Zusammenhang ein Sicherheitsrisiko für Klettersteig Touren dar.

Zum einen spielen Gewitter eine wichtige Rolle, da Klettersteige aufgrund der Drahtseile prädestinierte Blitzableiter sind. Das bedeutet, ist man im Sommer unterwegs, sollte man die Gewitterneigung am Nachmittag unbedingt berücksichtigen. An jenen Tagen, an denen Gewitter vorausgesagt werden, sollte man seine Tour so wählen, dass man rechtzeitig und ohne Zeitdruck wieder zurück ist, sofern man nicht völlig darauf verzichtet. Um dies plakativ zu zeigen: Ist für den Nachmittag eine Gewitterneigung vorhergesagt, hat man in einem langen, fordernden Klettersteig, der in luftige Höhen führt, nichts zu suchen, denn schnelle Rückzugsmöglichkeiten hat man in Klettersteigen üblicherweise nicht. Wohl aber können kürzere Halbtagsunternehmungen oder wenig exponierte Klettersteig Touren, z.B. durch Schluchten, an Seeufern etc., begangen werden, sofern man rechtzeitig aufbricht.

Regen, Schnee und Eis sind üblicherweise auch keine guten Begleiter bei Klettersteig Touren. Die Anforderungen können bereits bei Nässe beträchtlich erhöht werden, denn Felsen und Steighilfen können extrem rutschig werden. Vor allem Passagen, in denen nasses und erdiges Gelände überquert werden muss, bergen ein Sicherheitsrisiko, da die Profilsohlen der Schuhe verschmieren und der Halt bei der nächsten Kletterstelle herabgesetzt ist. Bei Schnee und Eis im Klettersteig sollte ein sehr defensives Verhalten an den Tag gelegt werden. Das bedeutet in den allermeisten Fällen ein Verzicht auf die Tour.

All jenen, die ihre Klettersteig Touren nicht in aller Früh starten, sei noch ans Herz gelegt, sich – zusätzlich zur Gewitterneigung in der zweiten Tageshälfte – über den Zeitpunkt des Einbruchs der Dunkelheit Gedanken zu machen und ihre Touren so zu planen, dass genügend zeitliche Sicherheitsreserven vorhanden sind.

Weitere Teile der Artikelserie „Klettersteig für Einsteiger“

Klettersteig für Einsteiger – Klettersteige für Einsteiger I
Klettersteig Sicherheitsausrüstung – Klettersteige für Einsteiger II
Klettersteig Ausrüstung Kosten – Klettersteige für Einsteiger III
Klettersteig Vorbereitung und Literatur – Klettersteige für Einsteiger IV
Klettersteig Schwierigkeitsskala – Klettersteige für Einsteiger V
Klettersteig Touren – Klettersteige für Einsteiger VI

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